Deponie Begehung

Großkampftag bei der BI „KEIN PFC – KEINE Deponieerweiterung“

Bei der Suche nach Lösungen bezüglich der Deponie Oberweier müssen die politischen Vertreter der verschiedenen Parteien sowie die Vertreter der Presse mit einbezogen werden. Darüber besteht Einigkeit bei der Bürgerinitiative. Aus diesem Grund wurden Bundes- und Landtagsabgeordnete, der Gaggenauer Gemeinderat sowie die Berichterstatter von BT und BNN am 4. Dezember 2020 zu einer Deponiebegehung eingeladen. Die Resonanz war so groß, dass die Teilnehmer in
drei Gruppen -über den Tag verteilt- aufgeteilt werden mussten. Trotz anderer Verpflichtungen an diesem Tag ließ es sich Thomas Hentschel,
Landtagsabgeordneter der Grünen, nicht nehmen, sich schon kurz nach Tagesanbruch ein eigenes Bild von der Deponie zu verschaffen. Begleitet wurde er von Heike Roehlen, Vertreterin der Grünen im Gaggenauer Gemeinderat. Die BI war -wie auch bei zwei folgenden Führungen- vertreten durch Dietrich Knoerzer und Toni Böck.
Zu der Führung am späteren Vormittag gesellten sich die Mitglieder der BI- Kerngruppe dazu. Gabi Kabel, studierte Biologin, begrüßte neben dem Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker den CDU-Vertreter im Landtag, Herrn Alexander Becker, Herrn Bürgermeister Michael Pfeiffer, Sabine Arnold vom CDU- Stadtverband und die beiden Mitglieder des Kreistags Beate Benning-Gross und Tanja Hofmeister (von den Grünen). Vor Ort erläuterte Gabi Kabel die Einbettung der Deponie in die Landschaft. Dabei machte sie deutlich, dass Streuobstwiesen und das von der EU ausgewiesene FFH-Gebiet unmittelbar an das Deponiegelände angrenzen. Wichtig dabei ihr Hinweis, dass die Spazierwege durch die Wiesen und Hohlwege in unmittelbarer Umgebung immer häufiger von immer mehr Menschen genutzt werden. Seit der Pandemie ist zu beobachten, dass es Ausflügler aus allen Teilen Baden-Württembergs in die Umgebung von Oberweier zieht, wo der Blick auf die Schwarzwaldberge einzigartig ist.
Durch einen der Hohlwege gelangte die Gruppe schließlich auf das Deponie-Areal. Kompetent beantworteten Toni Böck und Dietrich Knoerzer die Fragen der Teilnehmer. Dabei ging es um die Sickerwasseranlage, um Altlasten auf der Deponie und um die Pläne des Abfallwirtschaftsamts.
Zum Abschluss der ersten Führung beschrieb Rosalinde Balzer, Ortsvorsteherin von Oberweier in der Zeit von 1999 bis 2019, die Entwicklung der Deponie während ihrer Amtszeit. Lange Zeit sei sie stolz darauf gewesen, das sich die ehemalige Hausmülldeponie zu einer modernen Müll-Umladestation entwickelt habe. Zuzugs- und bauwilligen Familien habe sie versprochen, dass der Deponiebetrieb bis Ende dieses Jahrzehnts eingestellt würde. Umso größer sei nun ihre Enttäuschung über die derzeitigen Pläne des Abfallwirtschaftsamts. Von den ursprünglich vereinbarten Deponiegeldern, dafür dass die Bevölkerung von Oberweier die Last für den Landkreis trägt, komme zurzeit kaum noch etwas im Ort an. „Seit Anfang der 1990-er

Jahre werden die Mittel von der Stadt Gaggenau eingesackt“, machte sie ihrem Unmut Luft. Bei der zweiten Führung am Nachmittag hatten sich neben der Bundestagsabgeordneten Gabriele Katzmarek auch ihr Kollege Jonas Weber (beide SPD), der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Wald, aus dem Kreistag Manuel Hummel von den Grünen sowie die Gaggenauer Gemeinderäte Gerd Pfrommer (SPD) und Roland Purkl (CDU) eingefunden. Herbert Barth, Oberweierer Ortsvorsteher von 1985-1995, erläuterte die Deponie-Entwicklung in dieser Zeit. Auch er nahm kein Blatt vor den Mund und forderte das Ende der Deponie noch in diesem Jahrzehnt. Beim Austausch mit den Abgeordneten nach jeder Führung wurde deutlich, dass viele der Teilnehmer die Situation auf der Deponie nicht kannten bzw. sich das Ausmaß der aktuellen Pläne nicht haben vorstellen können.

„Man hat uns ein Stück weit die Augen geöffnet“, brachte es einer der Teilnehmer auf den Punkt.
Die Führungen wurden begleitet von den Vertretern der Presse (Thomas Senger und Elke Rohwer, BT, bzw. Joachim Kocher (BNN).

Weitere Deponiebegehungen, u.a. mit Vertretern des Kreistags und mit Gemeinderäten aus Muggensturm, Bischweier und Waldprechtsweier sind geplant, müssen jedoch verschoben werden, solange sich die Pandemie nicht entspannt hat.